Einzigartige Stücke kreieren, um sie selbst zu tragen und dann in den sozialen Medien zu teilen und andere zu inspirieren: Die Kombination aus Nähen und Bloggen ist der letzte Schrei! Da die Zahl der SchneiderInnen immer größer wird, wollen wir die SchneiderInnen in unserer Community ins Rampenlicht stellen - heute: Frank von @nuevenpunto.

Frank

Was hat dich dazu inspiriert, mit dem Nähen anzufangen?

Ich glaube, das liegt mir in den Genen. Meine Tante Josefa war Schneiderin. Und mein Vater war sehr kreativ. Woran ich mich am meisten erinnere, sind die Zeitschriften, die meine Mutter jede Woche kaufte. Ich war fasziniert von den Modestrecken auf den hinteren Seiten. Und besonders von denen, in denen Prominente die Türen ihrer Villen öffneten und mit exklusiven Entwürfen posierten. Ich könnte Stunden damit verbringen, mir diese fantastischen Kreationen anzusehen.

Wie hast du das Nähen gelernt? 

Als ich 17 Jahre alt war, begann ich als Lehrling in einer kleinen Werkstatt. Dort wurden Jacken für Männer hergestellt. Ich half beim Zuschneiden, aber ich war mehr an dem Bereich interessiert, in dem genäht wurde. Wo die Stoffstücke Form annahmen – pure Magie! Eines Tages setzte mich eine der Damen, die nähte, an ihre Nähmaschine und begann, mir meine ersten Stiche beizubringen. Sobald ich konnte, kaufte ich meine erste Nähmaschine. Meine erste Arbeit war sehr einfach, eine Umhängetasche.

Gibt es beim Thema Handarbeit neue Herausforderungen, denen du dich gerne stellen würden?

Ich muss noch lernen, mit der Hand zu sticken, aber dafür fehlt mir die Geduld. Man sagt, es sei sehr entspannend, aber es macht mich nervös. 

Wie würdest du jemanden, der nicht näht, davon überzeugen, es einmal auszuprobieren?

Ich denke, das richtige Wort ist nicht überzeugen, sondern ermutigen. Es ist nicht schwierig, es ist sehr kreativ. Ein selbst genähtes Kleidungsstück zu tragen erzeugt so ein Glücksgefühl. Seinen eigenen Stil tragen zu können gibt viel Selbstvertrauen. Oder jedes Accessoire selbst herzustellen, ob dekorativ oder funktional. Nähen macht absolut süchtig!

Wie sieht dein Arbeitsbereich aus? Und wo ist er?

Wir sind vor kurzem nach Agullana gezogen, einem kleinen Dorf in Girona, Katalonien. Wir renovieren gerade das Haus unserer Urgroßeltern. Zwischen Steinmauern und Decken mit katalanischem Gewölbe („bóveda catalana“) habe ich einen kleinen provisorischen Arbeitsbereich improvisiert. Ich muss noch aus meiner Wohnung in Murcia ausziehen und das ganze Material mitbringen, das ich brauche... nach und nach.

Frank

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Was hat dich dazu bewogen, deinen Blog oder deine Instagram-Seite zu starten? 

Heutzutage muss man einfach mit der Welt verbunden sein. Soziale Medien sind ein alltäglicher Bestandteil unseres Lebens. Wenn man eine Instagram-Seite hat, ist man sofort für die ganze Welt sichtbar. Das ist eine gute Möglichkeit, sich bekannt zu machen.

Woher hast du den Namen für deinen Blog oder deine Instagram-Seite? Und warum gerade dieser?

Er ist zufällig entstanden. Damals, um neun Uhr abends, war es an der Zeit für die Videokonferenz mit meinem Partner. Wir leben in einer Fernbeziehung. Wir aßen zusammen zu Abend, jeder auf seiner Seite des Bildschirms, und sprachen über den Tag. Dabei sind wir verschiedene Namen durchgegangen, und dann kam Nuevenpunto auf. Und der gewann mit einem Erdrutschsieg. 

Woher nimmst du die Inspiration für deinen Blog oder deine Instagram-Seite?

Heute steht uns das Internet jederzeit zur Verfügung. In einer Sekunde kann man Laufstege, Trends, eine Verschmelzung von Stilen, Ideen usw. sehen. Manchmal kann es überwältigend sein, so viele Informationen zu haben. Während ich normalerweise nicht viel auf meinen eigenen Kanälen veröffentliche, habe ich doch eine Menge Näh- und Schnittmuster-Posts gespeichert. Ich denke, dass ein Kleidungsstück für einen Menschen maßgeschneidert ist, und nicht der Mensch für ein Kleidungsstück gemacht wird.

Und welche anderen Blogs oder Instagram-Seiten gefallen dir oder inspirieren dich?

Ich mag besonders die, die sich mit Tipps zum Nähen und zur Schnittmustererstellung befassen, sowie Anleitungen zur Lösung kleiner Probleme, die bei jedem Projekt auftreten. Ich werfe auch einen Blick auf alternative Vorschläge. Ich begeistere mich außerdem für Trachten und traditionelle Kleidung und lasse mich davon inspirieren. Auch ein roter Teppich birgt viele Überraschungen. Vor allem aber konzentriere ich mich auf die kleinen Details der Schneiderei, die für mich wesentlich sind. 

Welche deiner Kreationen ist deiner Meinung nach die allerbeste? Auf welche bist du am stolzesten?

Wahrscheinlich ist die beste Kreation immer die letzte, die man realisiert hat, bis die nächste kommt. Es ist sehr schwierig, sich für eine zu entscheiden. In allen steckt eine Menge Liebe drin.
 Aber ich erinnere mich besonders gern an meine erste Zusammenarbeit mit Fibremood, mit Lidia Cruells. Die Bluse „Norma“ war an sich schon schön, aber das Schnittmuster abzuwandeln ... Das Ergebnis war spektakulär!

Welche zukünftigen Projekte hast du geplant?

Eine kleine Werkstatt ausbauen und sie mehr auf Kurse und Weiterbildung ausrichten. Um andere Menschen dazu zu bringen, zu entdecken, dass dies auch ihr Traum ist.

Welche Tipps & Tricks würdest du Nähanfängern gerne geben?

Lest alle Anweisungen eines Schnittmusters sorgfältig durch. Bis ganz zum Schluss. So spart ihr Stoff ... und Tränen. Geduld; manchmal sind wir vor Aufregung ganz überwältigt. Lasst euch nicht entmutigen, denn euer erstes Projekt wird vielleicht nicht perfekt sein. Das ist schon ok. Mit etwas Übung wird alles deutlich besser.