Körpertypen auf den Punkt gebracht

Body Type

Warum soll man Stunden damit zubringen, eine Hose/einen Rock/ein Kleid zu nähen, wenn man danach nicht zu 100 % mit dem Ergebnis zufrieden ist? Für deinen Figurtyp oder deine Körpergröße brauchst du eventuell eine andere Kleiderlänge oder eine andere Hosenweite? Oder vielleicht kommt deine Figur besser in einem Etuirock statt in einem Rock in A-Linie zur Geltung? Wenn du weißt, welche kleinen Anpassungen für deinen Figurtyp erforderlich sind und womit du dein selbstgenähtes Kleidungsstück am besten kombinierst, kannst du viele Enttäuschungen vermeiden. 

Da dies für die meisten von uns zu den schwierigsten Dingen gehört, möchten wir dir hier einige Tipps & Tricks mit auf den Weg geben. Dein nächstes Nähprojekt wird garantiert ein Volltreffer! Auch die Suche nach dem richtigen Styling wird um einiges leichter sein ;-). 

Was sind Figurtypen?

Bei Figurtypen unterscheiden wir horizontale und vertikale Proportionen.

Mit horizontalen Proportionen bezeichnen wir deinen Figurtyp (A, X, V, 8, H, O, I). Abhängig von deinem Typ schauen wir uns an, welche Stellen deines Körpers wir betonen und welche wir kaschieren. 

Die vertikalen Proportionen beziehen sich auf die Länge deines Ober- und Unterkörpers und auf das Gleichgewicht zwischen beiden: Hast du einen kurzen Oberkörper und lange Beine oder eher einen langen Oberkörper und kurze Beine? Diese vertikalen Proportionen sind wichtig für die Wahl der richtigen Länge bei deinen Modellen. 

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8-Typen / full hourglass haben runde Schultern, kräftige Hüften, eine schmale Taille und einen kurzen Oberkörper. Sie haben oftmals einen sehr ausgeprägten Busen und runde Formen. Es ist wichtig, die Schultern und die Hüften ins Gleichgewicht zu bringen und gleichzeitig die Taille zu betonen. Bei einem Kleid ist dies zum Beispiel mit einer dünnen Kordel oder einem Gürtel möglich. Bei Röcken ist der Etuirock die ideale Form für diesen Typen. Aber aufgepasst: feste, steife Stoffe sind ein No-Go, du solltest weich fallende Stoffe wählen. 

Als H-Typ / wide rectangle hast du keine Taille. Sowohl deine Schultern als auch deine Hüften sind ungefähr gleich breit. Da die Taille fehlt besteht die Kunst darin, eine zu schaffen oder diesen Umstand zu kaschieren. Eine perfekte Kombination für diesen Typ ist ein Oberteil, das etwas länger, das heißt bis über den Hüftknochen fällt in Kombination mit einer Skinny Jeans. so wird dein Oberkörper optisch verlängert. Knielange Kleider stehen diesen Typen am besten, da dadurch deine schönen Beine betont werden. Du machst deine Schulter am besten gerader und breiter und kombinierst dazu einen Rock/eine Hose mit einer ausgestellten Form, dadurch wird optisch eine Taille geschaffen. Oberteile sollten einen V-Ausschnitt haben. Für H-Typen werden festere Stoffe und gerade, grafische Prints empfohlen. 

8-H

Liegen deine Schultern und deine Hüften perfekt auf einer Linie und hast du eine schmale Taille? Dann bist du ein X-Typ/ neat hourglass. Dein Körper ist von Natur aus schön im Gleichgewicht. Daher entscheidest du dich für Kleidungsstücke, die deinen natürlichen Formen folgen. Außerdem betonst du so weit wie möglich deine Taille, in dem du ein Top, ein Kleid oder einen Kimono mit Gürtel oder indem du eine Hose mit ausgestellten Hosenbeinen und eng anliegender Taille trägst. X-Typen entscheiden sich am besten für weich fallende Stoffe, die deine natürlichen Rundungen betonen. "Less is more", auch im Hinblick auf Accessoires. 

I-Typen/slim rectangle haben eine schmale, gerade und maskulin wirkende Figur. Schultern und Hüften sind gleich breit. Eine Taille oder Rundungen fehlen. Oberteile mit voluminösen Ärmeln, Lagenlook, Details in Höhe der Brust und der Schultern sind gut geeignet, um mehr Form zu kreieren. Rüschen in Höhe des Unterkörpers schaffen auch mehr Volumen und machen deine Silhouette somit interessanter. 

Du kannst verschiedene Prints mischen: Blumen + waagerechte Streifen, und du kannst mit bunten Farbkombinationen spielen, da dadurch die vertikale Linie deines Körperbaus unterbrochen wird und deinem Körper mehr Form verleiht. Den I-Typen stehen die meisten Hosenformen wir Skinny, Flared und gerade geschnittene Hosen gut, aber auch Röcke in A-Linie sind prima. Bei den Stoffen entscheidest du dich am besten für solche, die für eine ausreichende Struktur rund um deinen Körper sorgen, mit einem Mix aus Farben und Prints. 

X-I

Bei den V-Typen / inverted triangle unter uns sind die Schultern breiter als die Hüften. Du bringst deine V-Silhouette ins Gleichgewicht, indem du deinen Oberkörper nicht und deine untere Körperpartie besonders betonst. Hier handelt es sich oftmals um athletische Typen mit schmalen Hüften. Die Schulterpartie sollte daher am besten optisch weicher wirken. Der Unterkörper wird mit kräftigen oder hellen Farben und Motiven für Hosen und Röcke betont. Damit wird die Aufmerksamkeit dahin gelenkt und werden die Schultern kaschiert. Oberteile wie Tops und Jacken sollten am besten in Hüfthöhe enden. V-Typen sollten sich bei den Stoffen für die Oberteil am besten für weich fallende Stoffe und für Röcke/Hosen für etwas festere Stoffe entscheiden.

Die O-Typen  / apple haben einen kleinen Bauch, der aber auch ihre Gefahrenzone darstellt. Sie haben ebenfalls keine Taille. O-Typen haben dagegen aber oftmals schmale Fesseln und schöne Waden. Es ist daher eine gute Idee, die Aufmerksamkeit auf das Gesicht und die schmalen Fesseln zu lenken. Bei Röcken oder Kleidern können diese zum Beispiel mit einem Schlitz oder mit der richtigen Länge betont werden. Das Gesicht wird mit echten Eyecatchern (Accessoires wie auffallende Ohrringe) in Szene gesetzt.

Deine Silhouette braucht möglichst viele Längslinien, damit du optisch länger wirkst und die Breite kaschiert wird. Der Saum sollte weit von deiner Gefahrenzone entfernt sein, das heißt in Richtung Hüften oder Knie liegen, um die Aufmerksamkeit von deinem Bauch abzulenken. Am besten stehen dir gerade, leicht ausgestellte oder leicht nach innen geschnittene Hosen/Röcke, leicht taillierte/gerade geschnittene Kleider, die weich fallen und den Bauch somit nicht betonen. Bei der Wahl des Stoffes solltest du dich für weich fallende Stoffe entscheiden und dabei gut zwischen einem Mix aus Prints und Farben abwägen. 

V-O

Bei den A-Typen / pear  ist der Oberkörper schmaler als der Unterkörper. In dem Fall betonst du deinen Oberkörper und lässt deine untere Körperpartie mit unseren Tipps schmaler wirken. Daher verwendest du frische Farben für deinen Oberkörper und für deinen Unterkörper möglichst dezente Farben (bei einer Hose/einem Rock entscheidest du dich am besten für eine dunkle Farbe ohne Print). Du kreierst optisch Längslinien in deiner unteren Körperpartie, um die schwerere Fläche zu durchbrechen.

Mit ausreichend Details in Brust-/Schulterhöhe kannst du aber auch die Aufmerksamkeit auf deinen Oberkörper lenken. Du kannst zum Beispiel Brusttaschen verwenden, die du in einer anderen Richtung zuschneidest. Mit einem weiten V-Ausschnitt, Puff- oder Kappärmeln, Details an den Schultern wie eine Schleife oder Knöpfe, Schulterfüllungen oder einem breiten, auffallenden Kragen lässt du die Schultern optisch breiter wirken. Die Oberteile trägst du am besten in der Hose/im Rock. Mit einem U-Boot-Ausschnitt oder einem Top mit waagerechten Streifen kannst du horizontale Linien in deinem Oberkörper kreieren. 

Zu A-Typen passen Hosen mit weiten Hosenbeinen, die ein Gegengewicht zu den Hüften bilden. Tipp: Eine Kordhose lässt deine Beine dank der senkrechten Rippen schlanker wirken. Auch Seitenschlitze verlängern optisch. Bist du eher ein runderer A-Typ? Dann entscheidest du dich für weich fallende Stoffe. Wenn du eher ein gerader A-Typ bist, dann stehen dir festere Stoffe am besten.

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