Männer, die nähen: Wir stellen dir Paul und Dille vor.

„Folge deinen Träumen. Trau dich. Entdecke. Mach.“

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Wusstest du, dass das Schneider-Handwerk ein echter Männerberuf ist? Diese kennst du bestimmt: Yves Saint Laurent, Ralph Lauren, Guccio Gucci oder Giorgio Armani. Wir haben 2 Generationen Sewists kennengelernt: Paul Vervenne und Dille Ach.

Paul Vervenne – pensionierter Schneider

Paul Vervenne ist 85 Jahre alt. Er näht seit seinem 18. Lebensjahr leidenschaftlich gern Kleidung. Das Nähvirus hat er von seiner Mutter geerbt. Später hat er seine Leidenschaft zu seinem Beruf gemacht. Triff Paul Vervenne, den pensionierten Schneider.

„Meine Mutter hatte eine Nähmaschine und hat Kleidung für die ganze Familie genäht. Als Teenager habe ich das, was sie machte, sehr bewundert. Ich wurde sehr neugierig, so dass sie mir die Tricks und Kniffe beibrachte. Das Nähvirus ist offensichtlich ansteckend, denn Nadel und Faden habe ich bis heute nicht mehr losgelassen.“ Paul Vervenne hat im Alter von 18 Jahren seine Schneiderlehre an der Berufsschule für Schneider in Sint Kruis (Brügge, Belgien) angefangen. „Ich war damals 4 Jahre im Internat. Das hat mir sehr gefallen: Ich bin am Montagmorgen in den Zug gestiegen erst am Samstagnachmittag wieder nach Hause gekommen. Es wurde von klein auf ein wesentlicher Teil meines Lebens. „

„Folge deinen Träumen und du kannst dadurch nur glücklicher werden.“

Paul Vervenne hat seine Ausbildung mit besonderer Auszeichnung abgeschlossen und voll Selbstvertrauen sein eigenes Nähatelier gegründet. „Ich bin selbst nicht sehr groß, daher habe ich mich auf Kunden spezialisiert, die nicht den Standardmaßen entsprechen. Daher bekamen meine Kunden auch perfekte, maßgeschneiderte Kleidung.“ Er wollte, dass jeder in seinem Outfit gut zur Geltung kam. Und ja, auch das ist ihm gelungen.

Wie er das gemacht hat? Paul hat seine eigenen Modelle entworfen, aber auch bestehende Schnittmuster für Herrenbekleidung seines Stofflieferanten Rundschau München verwendet. „Meine Kunden waren hauptsächlich Männer, aber ich habe auch Frauen und Kinder mit offenen Armen empfangen.“

Paul hat rund 40 Jahre lang als Schneider gearbeitet. Danach ist er vorzeitig in Rente gegangen, aber still zu sitzen war nichts für ihn. So hat er weiter Kleidung genäht, bis er 80 war. Er ist immer noch in seinem Beruf aktiv, aber jetzt vor allem für seine eigene Familie. Er ändert gern Kleidung für sie. Auch das Schnittmuster für die Mundschutzmaske konnte er nicht links liegen lassen. Ganz aufhören zu nähen? Nein, das ist nichts für ihn.

Dille Ach – angehender Modedesigner

Dille Ach

Dille Ach kommt aus einem kleinen Dorf in Westflandern, in dem Mode nie eine große Rolle gespielt hat. Er hat seine Komfortzone verlassen und im Alter von 20 Jahren angefangen, an der KASK & CONSERVATORIUM School of Arts Gent, einer renommierten Akademie, zu studieren.

Dilles Interesse an der Welt der Mode wurde seit seiner Zeit auf der Mittelschule immer stärker. „Ein Lehrer hat mir den Kontakt zu einem Amsterdamer Modedesigner vermittelt. Ich habe ihn besser kennengelernt und auf diese Weise auch Kontakt zu Modestudenten aus Antwerpen bekommen. Je mehr ich über die Modewelt lernte, desto sicherer wusste ich, dass es das ist, was ich tun wollte.“

In der Mode-Ausbildung, die Dille jetzt absolviert, werden zukünftige Modedesigner auf ihren Beruf vorbereitet. Studenten entdecken sich selbst, wodurch die kreativsten Designer an die Oberfläche kommen. Dille hat noch keine konkreten Zukunftspläne, aber es wird auf jeden Fall die Modebranche. Er denkt darüber nach, bei einer Modemarke zu arbeiten. Sein größter Traum ist es, sein eigenes Modelabel mit einigen anderen Designern zu gründen, aber er lässt sich alle Optionen offen.

Dille und Kunst, das gehört zusammen. Er beschäftigt sich darüber hinaus gern mit Poesie, Prosa, Geschichten, Musik sowie mit Zeichnen und Malen. „ Es hängt einfach alles zusammen. Ich könnte keine Designs entwerfen, ohne auch all diese anderen Medien verbinden zu können.“

„Das Nähen von Kleidung beinhaltet so viele verschiedene Aspekte. Mein Lieblings-Aspekt ist das Designen an sich, aber um ein gutes Ergebnis zu erzielen, muss ich auch viel Zeit an meiner Nähmaschine verbringen. Je mehr ich das mache, desto mehr Spaß macht es mir.“

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