Bloggerin im Mittelpunkt: Time to Sew

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Einzigartige Stücke anfertigen, auf dem eigenen Blog veröffentlichen und somit andere inspirieren: Die Kombination aus Nähen und Bloggen ist ungemein beliebt. Gerade weil die Anzahl der Bloggerinnen in der Modewelt stets weiter zunimmt, stellt Fibre Mood in jedem Monat eine Bloggerin vor. In diesem Monat lernst du Kate (Time to Sew) kennen. Hier entdeckst du, was das Nähen für sie bedeutet und welche Rolle sie in dieser Gemeinschaft spielt. 

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Wie alles angefangen hat! 

Warum hast du angefangen zu nähen? Wie hast du das gelernt? 

Es war eine Frage der Notwendigkeit! 2011 bin ich nach Großbritannien gezogen, wodurch meine Mutter nicht mehr in meiner Nähe war, um Hosen zu kürzen oder meine Kleidung anzupassen. Säume umnähen schien nicht so schwierig zu sein, also ging ich davon aus, dass ich noch ganz andere Dinge tun könnte. Ich habe mich sofort zu einem einwöchigen Intensivkurs im Nähen von Hosen angemeldet. Ich habe ab Tag 1 schnell dazu gelernt, als ich bereits mein eigenes Schnittmuster erstellen musste. Nach diesem Kurs war ich auf den Geschmack  gekommen und ich habe jahrelang in meiner Freizeit geübt. 

Warst du schon immer so kreativ? Warst du schon als Kind ein kreativer Geist? 

Ich bin schon mein ganzes Leben fasziniert von Stoffen und "Fasern". Meine Mutter ist Handweberin und Spinnerin und außerdem näht und strickt sie. Daneben spielt meine Mutter auch Klavier. Sie hat früher Wolle gesponnen und mir zugehört, während ich Klavierspielen lernte. Wie bei der Musik braucht man beim Nähen neben Kreativität auch viel Präzision, und das gefällt mir.

Woher kommt die Inspiration für deinen Blog? 

Mein Blog Time to Sew handelt von dem, was ich als „nachhaltiges Nähen“ bezeichne. In meinem Blog betrachte ich die heutige Stoffproduktion und das Konsumentenverhalten mit einem kritischen Blick und ich interviewe Menschen, die positive Veränderungen in der Mode- und Textilbranche zuwege bringen. Ich habe meinen Blog nach einem Kurs in nachhaltiger Mode an der University of Arts in London (das war sogar noch, bevor Nachhaltigkeit zum Mainstream wurde) angefangen. Als letzte „Aktivität“ musste man entscheiden, was man mit dem gerade entdeckten Wissen tun würde: et voilà, Time to Sew war geboren.

Begegnest du bestimmten Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Nähen? 

Zeit! Zeit, um Dinge zu nähen und auch Zeit, um alles zu tragen, was ich genäht habe. Es ist doch schade, dass wir an einem Tag nur ein einziges oder vielleicht zwei Outfits tragen, oder? Es frustriert mich auch, dass unruhige Prints keine zusammenhängende Garderobe bilden. Es hat mich viel Zeit gekostet zu lernen, auch Einfarbigkeit zu genießen.

Wie würdest du Menschen, die nicht nähen überzeugen, dies doch zu tun? 

Ich würde ihnen erzählen, dass man den Frust beim Shoppen vermeiden kann, wenn man lernst, Dinge zu nähen und auszubessern. Man kann seine Lieblings-Kleidungsstücke, von denen man sich überhaupt nicht trennen kann, einfach reparieren! Ich gebe ab und zu Unterricht und stelle dabei fest, dass Menschen Angst davor haben, dass das Nähen schwierig ist. Aber eigentlich ist es wie beim Kochen - man kann mit 4 bis 5 Zutaten Dinge herstellen. Beim Nähen kann man mit 4 bis 5 Schnittmusterteilen und einer Nähmaschine beginnen und bevor man sich versieht, hat man etwas gemacht, das man tragen kann! Man muss nur etwas Zeit zum Lernen und Üben investieren.

Welches ist beim Nähen und/oder Stricken deine größte Angst oder Frustration? 

Dass Projekte nicht verlaufen, wie ich es mir selbst im Vorfeld vorgestellt habe. Wenn ich zum Beispiel ein Stück nicht gern trage, nachdem ich viel Zeit hineingesteckt habe. “Sew many ideas, sew little time!”.

Sewing Favourites 

Hast du in deiner Wohnung einen speziellen Ort zum Nähen? Wenn ja, wo? (Wenn du möchtest, kannst du ein Foto deines „Nähateliers“ hinzufügen)

Wir sind vor kurzem in die Niederlande gezogen und haben hier ein Familienhaus gekauft. In punkto Platz war das für uns eine enorme Verbesserung. Jetzt habe ich meinen eigenen Ort zum Nähen im Haus (auch wenn der manchmal auch zum Arbeitszimmer umfunktioniert wird)! Immer wenn ich in mein Atelier gehen, hüpfe ich buchstäblich vor Freude.

Mit welchen Stoffen (Stoffarten) arbeitest du am liebsten? 

Leinen. Wenn ich das ganze Jahr hindurch Leinen tragen könnte, würde ich das tun. Neben der Tatsache, dass diese Faser die Umwelt weniger stark belastet als Baumwolle, liebe ich einfach den Anblick, das Gefühl und den Fall von Leinen.

Woher bekommst du die Anregungen für deine Näharbeiten? Und gibt es Blogs, die du liebst und die du inspirierend findest? 

Jede Kollektion mit Schnittmustern mit einem schönen Styling, die in Papierform erhältlich sind, spricht mich an. Das gilt insbesondere für japanische Nähhefte und natürlich für Fibre Mood. Es ist für mich eine schöne Erfahrung, bei einer Tasse Tee durch Bücher und Zeitschriften zu blättern. Ich habe meine Inspiration gern "fest" in meinen Händen.

Dann gehe ich auf Instagram um zu schauen, wer was gemacht hat. Ich habe sowohl im echten Leben als auch online so viele Nähfreunde gefunden (#makeyourstash und #sewyourbooks sind Näh-Herausforderungen auf Instagram, die ich laufen habe und es ist herrlich zu sehen, was jeder näht. Alex ist eine meiner besten Freundinnen und sie arbeitet in ihrem Alltagsjob: wir haben uns also immer viel zu erzählen. Meghann Halfmoon schreibt einen sehr schönen Newsletter und hat die schönsten Fotos von ihrem Haus in den Karibischen Niederlanden. Sie beschäftigt sich außerdem mit Nachhaltigkeit und allem anderen rund um dieses Thema. 

Welche ist deine witzigste Nähgeschichte? 

Ich habe einmal einen Kurs besucht, um eine Hose zu nähen. Meine Dozentin hat mir empfohlen, eine zweite Naht über die hinterste Gesäßnaht zu nähen, um den Schritt zu verstärken. Ich bin dieser Empfehlung nicht gefolgt und du kannst vermutlich erraten, was ein paar Wochen später passiert ist! Sie erzählt ihren Kursteilnehmern diese Geschichte immer noch ... Ich freue mich, dass ich anderen zeigen konnte, wie man es gerade nicht tun muss ...

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