Bloggerin im Mittelpunkt: So Popo Sew

Teile diesen Artikel

Das Anfertigen einzigartiger Stücke, die Veröffentlichung in Ihrem Blog und außerdem die Inspiration anderer - die Kombination aus Nähen und Bloggen ist ungemein beliebt. Gerade weil die Anzahl der Bloggerinnen in der Modewelt stets weiter zunimmt, stellt Fibre Mood in jedem Monat eine Bloggerin vor. In diesem Monat richten wir unsere Scheinwerfer auf Marie-Paule mit ihrem farbenfrohen Blog "So Popo Sew", durch den es dich in den Fingern kribbelt, selbst etwas zu nähen.

Marie-Paule Gyselen

Warum hast du diesen Blog / mit dem Nähen angefangen?

"Als ich 2012 mit meiner Tochter schwanger war, habe ich meine Häkelnadeln und Stricknadeln wieder hervorgeholt, um allerlei Accessoires und Kuscheltiere zu häkeln und zu stricken. 

Da ich auf einmal wieder kreativ war, hat es mich in den Fingern gejuckt, neue Dinge zu lernen. Bis dahin hatte ich noch niemals eine Nähmaschine bedient. Ich war hochmotiviert, um meinem kleinen Baby selbstgemachte Kleidung anzuziehen und habe angefangen zu nähen. Ungefähr ein Jahr später habe ich meinen Blog begonnen. Insbesondere als Logbuch meiner Kreationen, aber auch, um andere zu inspirieren."

Wie hast du gelernt, zu nähen/zu handarbeiten?

"In meinem Fall war das wirklich learning by doing. Ich habe mit Hilfe von Büchern, Zeitschriften und YouTube-Videos angefangen zu nähen. Mit den ausführlichen Anleitungen in PDF-Vorlagen selbständiger Schnittmusterdesigner war die Schwelle daher niedrig genug, um schnell zu experimentieren. Im Laufe der Jahre habe ich auch einige Workshops besucht, um neue Techniken zu erlernen. Und ich habe 3 Jahre lang Kurse für das Zeichnen von Schnittmustern am Bildungsinstitut CVO PIVA in Antwerpen besucht. Nähen zu lernen war bei mir insgesamt sehr viel trial & error."

Woher kommt der Name deines Blogs?

“So Popo Sew - Popo kommt von meinem Namen, Marie-Paule. Seitdem meine erste Nichte geboren wurde (damals war ich 13) wurde ich 'Tante Popo' genannt. So Popo in meinem Label steht für "das ist typisch für Popo." 

Und Sew - wie ‘sow’ ausgesprochen - lässt es schön klingen und verweist selbstverständlich auf das Nähen.”

Woher bekommst du die Anregungen für deinen Blog?

“Von überall her! Mein Kopf schwirrt nur so vor lauter Inspirationen. Ich sehe überall tolle Dinge, die ich ausprobieren will. in den Geschäften, auf der Straße, in der Schule, in Zeitschriften, auf Pinterest ... Ich beobachte auch die großen Marken und freue mich immer ungemein auf die neuen Kollektionen um zu erfahren, wie die Mode in der nächsten Saison aussehen wird. Ich gehe auch oft 'Window shoppen', um Inspirationen zu bekommen. Aber ich versuche immer, meinen Projekten durch die Wahl des Stoffes oder durch das Hinzufügen bestimmter Akzente eine eigene Note zu geben, so dass keine originalgetreue Kopie entsteht."

Motivieren dich die Reaktionen in deinem Blog?

"Auf jeden Fall! Nicht nur durch Reaktionen auf meinen Blog, aber auch alle Likes und die netten Kommentare auf IG und in den FB-Gruppen, in denen ich Mitglied bin, ermutigen mich ungemein.

Wenn Menschen sagen, dass meine Kreationen sie inspiriert haben, dann war meine Mission erfolgreich.”

Marie-Paule dochter

Welche deiner Kreationen ist aus deiner Sicht die schönste?

"Es gibt einige Kreationen, auf die ich echt stolz bin. Vor 2 Jahren habe ich das Brautkleid für meine Schwester und die dazu passenden Kleider für die 3 Brautjungfern genäht.

Das war selbstverständlich ein Meisterwerk. Für das Bustier hatte ich als Basis ein bestehendes Schnittmuster. Dies habe ich aber angepasst, um ihr Traumkleid zu nähen."

"Die meiste Befriedigung  ziehe ich aber aus Schnittmustern, die ich selbst gezeichnet habe. Ich habe zum Beispiel 2016 eine Jacke für meine Tochter genäht. Das Schnittmuster habe ich vollständig nach ihren Maßen gezeichnet, mit einigen schönen Akzenten, die ich mir von bestehenden Jacken abgeschaut habe."

Was möchtest du irgendwann noch machen?

"Meine eigene Unterwäsche. Einen BH mit perfekt dazu passendem Slip. Auch einen Badeanzug für meine Tochter. Und einen Maßanzug für Herren. Das sind also noch ausreichend Herausforderungen!"

Was ist beim Nähen deine größte Angst?

"Ich habe eigentlich keine Näh-Ängste.  Als ich noch nicht so viel Erfahrung hatte, wurde mir manchmal mulmig, wenn ich einen Reißverschluss oder Knopflöcher nähen musste, aber das ist inzwischen Routine. Ich kann gut relativieren - es sind nur Kleidungsstücke und jede Naht lässt sich wieder auftrennen. Die Angst, mich beim Zuschneiden zu vertun, gehört auch der Vergangenheit an. Man kann ein Projekt immer irgendwie retten, auch wenn man sich verschnitten hat. Mit einer guten Portion Kreativität findet man immer eine Lösung!"

Marie-Paule trouwjurk

Wo ist dein Arbeitsplatz?

 "In der obersten Etage unseres Hauses gibt es ein klitzekleines Zimmer, das auf den Bauplänen als 2. Badezimmer/Dusche eingezeichnet war. Es ist gerade groß genug für einen Schreibtisch mit meiner Näh- und Overlockmaschine,

einen Schrank für die Schnittmuster/Zeitschriften und einige Kurzwaren. In meinem Schlafzimmer steht noch ein großer Schrank mit meinen Stoffen. Wie jede Schneiderin habe ich zu viele Stoffe und Kurzwaren und viel zu wenig Platz, um alles gut unterzubringen.

Mein Nähzimmer ist daher von einem gewissen Durcheinander geprägt. Aber wenn ich anfange aufzuräumen, werde ich immer wieder abgelenkt durch Stücke, die ich wiederentdecke."

"Meine Zeit ist außerdem knapp, daher nutze ich sie lieber zum Nähen als zum Aufräumen. Obwohl es jetzt echt dringend erforderlich ist!"

Welcher Blog inspiriert dich am meisten?

“Meine größte Inspiration bleibt Noortjeprullemie. Sie ist in der letzten Zeit zwar etwas weniger aktiv in ihrem Blog, aber sie hat auch einen sehr schönen Instagram-Account.

Ich finde insbesondere ihren eigenen Blick auf Schnittmuster und Stoffe sehr inspirierend. Ich habe schon häufiger Kreationen auf der Grundlage eines ihrer Kleidungsstücke genäht."

Welche Tipps würdest du Näh-Anfängerinnen auf jeden Fall geben wollen? 

"Wichtig ist zunächst eine gute Nähmaschine, die du bei einem echten Nähmaschinenhändler kaufst. Dort werden auch gute Second Hand-Nähmaschinen zu einem günstigen Preis verkauft. Gute Geräte sind der erste Schritt. Man kann überall im Land Workshops für Anfänger finden, die einen bei den ersten Schritten an der Nähmaschine begleiten."

"Danach heißt es üben, üben, üben ... Kauf dir eine Zeitschrift mit einer guten Anleitung, PDF-Anleitungen mit Schritt für Schritt-Erklärungen und du wirst sehen, dass du es schnell lernst.

Wenn du nicht weiterkommst, gibt es in der Community immer jemanden, der dir weiterhilft. Man näht zwar oftmals alleine, aber es muss kein einsames Hobby sein. Also, go out there!”

(Maïte Declerck) 

Marie-Paule naaikamer

Teile diesen Artikel

Jede Woche das Beste von Fibre Mood in deinem Postfach?